Ein verstellbares Winkelmesslineal verbindet die Funktionen eines Lineals mit denen eines Winkelmessers. Seine beiden Schenkel sind über ein bewegliches Gelenk miteinander verbunden und lassen sich gegeneinander verdrehen. Dadurch kann das Werkzeug nicht nur zum Messen von Strecken, sondern auch zum Einstellen und Übertragen verschiedener Winkel verwendet werden.
Je nach Hersteller findet man solche Werkzeuge auch unter Bezeichnungen wie Winkellineal, verstellbarer Winkelmesser, Winkel-Lineal oder Multifunktions-Winkelmesser. Form und Ausstattung können sich dabei deutlich unterscheiden.
Wie ist ein Winkelmesslineal aufgebaut?
Das auffälligste Merkmal sind die beiden beweglichen Lineale. Am Gelenk befindet sich eine Winkelskala, mit deren Hilfe sich die Stellung der beiden Schenkel ablesen beziehungsweise einstellen lässt.
Zusätzlich besitzen die Lineale eine Zentimeterskala. Bei manchen Modellen gibt es außerdem Führungsschlitze, Lochreihen oder zusätzliche Markierungen. Diese können beispielsweise zum Anzeichnen von Linien in gleichmäßigen Abständen dienen.
Das Werkzeug kann sowohl flach als normales Lineal als auch aufgeklappt in unterschiedlichen Winkeln verwendet werden.
Wofür wird ein verstellbares Winkelmesslineal verwendet?
Das Winkelmesslineal eignet sich überall dort, wo Maße und Winkel miteinander kombiniert werden müssen. Ein vorhandener Winkel kann aufgenommen und anschließend auf Papier, Karton oder ein anderes Material übertragen werden. Ebenso lässt sich ein bestimmter Winkel einstellen und anschließend als Zeichenhilfe verwenden.
Beim Basteln ist das beispielsweise interessant für:
- Karten und Papierkonstruktionen
- Schachteln und Verpackungen
- geometrische Formen
- Rahmen und Passepartouts
- Faltarbeiten
- Modellbau
- Scrapbooking
- Schablonen
- Papierdekor und Collagen
- das Anzeichnen von Schnitt- und Falzlinien
Auch beim Zeichnen, Heimwerken und bei kleineren Konstruktionsarbeiten kommen solche Winkelmesslineale zum Einsatz.
Ich persönlich verwende es gerne, wenn ich Mandalas zeichne. Bei Mandala- und Musteraufteilungen hilft es, Linien strahlenförmig oder in gleichen Winkeln einzuzeichnen.
Winkel übertragen statt neu berechnen
Ein Vorteil eines verstellbaren Winkellineals besteht darin, dass ein vorhandener Winkel direkt übernommen werden kann. Die Schenkel werden entsprechend ausgerichtet und anschließend in derselben Stellung an einer anderen Stelle angelegt.
Das kann insbesondere bei ungewöhnlichen Winkeln praktisch sein. Statt einen Winkel zunächst mathematisch zu bestimmen, lässt sich seine Form unmittelbar übertragen.
Unterschied zu Geodreieck und normalem Lineal
Ein normales Lineal misst hauptsächlich Längen und dient als gerade Zeichenkante. Ein Geodreieck bietet zwar eine Winkelskala, besitzt aber eine feste Form.
Beim verstellbaren Winkelmesslineal können dagegen die beiden Schenkel bewegt werden. Dadurch lässt sich das Werkzeug an verschiedene Winkel anpassen. Für manche Arbeiten ist es deshalb flexibler als ein klassisches Geodreieck.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Je nach Einsatzzweck können Länge und Material wichtig sein. Außerdem lohnt sich ein Blick auf die Skalierung und das Gelenk. Dieses sollte sich gut verstellen lassen, den eingestellten Winkel aber möglichst zuverlässig halten.
Bei Werkzeugen für Bastelarbeiten kann zusätzlich eine gut erkennbare Zentimeterskala hilfreich sein. Wer damit auch präzise konstruieren möchte, sollte auf eine deutlich ablesbare Winkelskala achten.
Fazit
Ein verstellbares Winkelmesslineal ist eine Kombination aus Lineal und Winkelmesser. Es kann zum Messen, Zeichnen, Einstellen und Übertragen von Winkeln verwendet werden und ist deshalb nicht nur beim Heimwerken, sondern auch für viele Bastel- und Papierarbeiten interessant. Besonders nützlich ist es immer dann, wenn Winkel nicht nur gemessen, sondern direkt auf ein anderes Werkstück übertragen werden sollen.
