Strasssteine sind Edelsteinimitationen aus Glas, meist aus sogenanntem Bleiglas. Charakteristisch ist ihre facettierte Oberfläche, die das einfallende Licht bricht und reflektiert. Auf der Unterseite sind die klassischen Steine zusätzlich foliert, also mit einer spiegelnden Metallschicht versehen. Diese Kombination aus Schliff und Folierung sorgt für den typischen Glanz, der echten Edelsteinen nachempfunden ist.
Der Name „Strass“ geht auf den Wiener Juwelier Josef Strasser zurück. Er entwickelte im 18. Jahrhundert Brillantimitationen aus Bleiglas, die sich deutlich günstiger herstellen ließen als echte Edelsteine, dabei aber eine ähnliche Lichtwirkung erzielten.
Materialeigenschaften von Strasssteinen
Klassische Strasssteine bestehen aus Glas mit erhöhtem Brechungsindex. Früher wurde dafür häufig Bleiglas verwendet, heute kommen je nach Hersteller auch andere Glasrezepturen zum Einsatz. Entscheidend ist nicht allein das Material, sondern vor allem der präzise Schliff, der das Licht mehrfach reflektiert.
Neben klaren Glassteinen gibt es Varianten mit bedampfter Oberfläche. Diese erzeugen einen irisierenden Effekt, bei dem sich die Farbe je nach Lichteinfall verändert. Solche Steine werden oft unter Bezeichnungen wie „AB-Effekt“ (Aurora Borealis) geführt.
Aufbau und Form
Strasssteine besitzen kein Loch und sind daher nicht zum Auffädeln geeignet. Sie werden entweder aufgeklebt oder in spezielle Fassungen eingesetzt. Die Unterseite ist in der Regel flach oder leicht spitz zulaufend, je nach Form und Verwendungszweck.
Gängige Formen sind rund, oval, tropfenförmig, quadratisch oder rechteckig. Zusätzlich gibt es sogenannte Chatons mit spitzer Rückseite, die häufig in Schmuckfassungen verwendet werden.
Befestigung und Verwendung
Da die Steine kein Loch haben, erfolgt die Befestigung auf zwei Arten: durch Kleben oder durch das Einsetzen in Halterungen, die ähnlich wie Schmuckkrallen funktionieren. Welche Methode verwendet wird, hängt vom Material des Untergrunds und vom gewünschten Halt ab.
Strasssteine finden Verwendung in vielen kreativen und gestalterischen Bereichen, etwa bei Schmuck, Textilien, Papierarbeiten, Dekoobjekten oder Mixed-Media-Arbeiten. Im Bastelbereich werden sie häufig als glänzende Akzente eingesetzt, um Oberflächen optisch aufzuwerten.
Meine ersten Berührungspunkte mit Strasssteinen hatte ich beim Gestalten von Textilien. In dem Artikel
T-Shirts um Baumwolltücher pimpen geht es um das Verzieren von T-Shirts und Baumwolltüchern mit Strasssteinen und Hotfix-Motiven. Dabei zeigte sich sehr deutlich, wie unterschiedlich sich klassische Klebesteine und Hotfix-Strass verhalten und worauf es bei Hitze, Druck und Untergrund ankommt.
Abgrenzung zu ähnlichen Begriffen
Strasssteine sind keine Perlen, da ihnen das Fädelloch fehlt. Sie unterscheiden sich außerdem von Kunststoff- oder Acrylsteinen durch ihr höheres Gewicht und die stärkere Lichtbrechung. Glasstrass wirkt in der Regel klarer und brillanter als Kunststoffimitate, ist aber auch empfindlicher gegenüber Stößen.
Marke Strass
Der Begriff STRASS ist seit 1977 eine eingetragene Marke der Firma Swarovski. Unabhängig davon wird „Strasssteine“ im allgemeinen Sprachgebrauch weiterhin als Sammelbegriff für geschliffene Glassteine verwendet, unabhängig vom Hersteller.
Zusammenfassung
Strasssteine sind facettierte Glassteine zur Nachahmung von Edelsteinen. Ihr Glanz entsteht durch die Kombination aus Schliff, Material und meist folierter Rückseite. Sie werden aufgeklebt oder gefasst und sind ein fester Bestandteil von Schmuckgestaltung, Dekoration und Bastelarbeiten. Trotz moderner Alternativen bleibt klassischer Glasstrass wegen seiner Lichtwirkung und Wertigkeit bis heute verbreitet.

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