Der Monotypie-Druck ist eine besondere Technik innerhalb der Druckgrafik, die sich deutlich von anderen Verfahren unterscheidet. Während Holzschnitt, Radierung oder Lithografie darauf ausgelegt sind, ein Motiv mehrfach zu reproduzieren, entsteht bei der Monotypie immer nur ein einziger Druck. Der Name selbst macht dies deutlich: „Monotypie“ setzt sich aus den griechischen Wörtern mono für „einzig“ und typos für „Abdruck“ zusammen. Jeder Druck ist ein Unikat, das nicht wiederholbar ist. Damit bewegt sich die Technik zwischen Malerei und Druckkunst und verbindet die Spontaneität des Malens mit der technischen Präzision des Druckens.
Monotypie-Druck – Ursprünge und historische Entwicklung
Entwickelt wurde die Monotypie im 17. Jahrhundert von Giovanni Benedetto Castiglione. Er suchte nach einer Möglichkeit, spontane Bildideen festzuhalten, ohne die aufwendigen Schritte der klassischen Druckverfahren durchlaufen zu müssen. Später griffen Künstler wie Edgar Degas und Paul Gauguin die Technik auf und machten sie im 19. und 20. Jahrhundert populär. Gerade Degas nutzte die Monotypie, um schnelle Skizzen und Bildideen umzusetzen, die er anschließend malerisch weiterbearbeitete. Damit wurde die Technik zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Druckgrafik und Malerei.
Materialien und Vorgehensweise
Für die praktische Umsetzung des Monotypie-Druckes benötigt man nur wenige Materialien. Eine glatte Platte aus Glas, Acryl oder Metall dient als Grundlage. Darauf wird Farbe aufgetragen – entweder mit Pinsel, Walze oder direkt mit den Fingern. Anschließend legt man ein saugfähiges Papier, beispielsweise Aquarell- oder Druckpapier, auf die Platte und überträgt die Farbe durch Druck. Das Ergebnis ist ein Bild, das in seiner Struktur und Farbigkeit einzigartig bleibt. Je nach Vorgehensweise entstehen unterschiedliche Effekte: Bei der additiven Methode wird die Farbe direkt auf die Platte gemalt und dann abgedruckt. Bei der subtraktiven Methode wird die Platte zunächst vollständig eingefärbt, und durch Wischen, Kratzen oder Schaben entfernt man Farbe, sodass das Motiv sichtbar wird. Besonders interessant ist die Viskositätstechnik, bei der Farben unterschiedlicher Konsistenz kombiniert werden und dadurch überraschende Strukturen entstehen.
Kreativer Prozess und Experimentierfreude
Der Monotypie-Druck lebt von der Experimentierfreude. Da jeder Druck nur einmal existiert, ist der Prozess voller Überraschungen. Zufällige Effekte, die nicht planbar sind, machen den besonderen Reiz dieser Technik aus. Für Bastler und Hobbykünstler ist die Monotypie deshalb attraktiv: Sie erfordert wenig Material, ist leicht zugänglich und bietet dennoch eine große Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten. Kinder können mit einfachen Farben und Platten spielerisch experimentieren, während erfahrene Künstler die Technik nutzen, um ihre Werke mit besonderen Strukturen und Tiefen zu bereichern. Auch im Bereich der saisonalen Dekoration oder des Upcyclings lässt sich die Monotypie einsetzen. Einzigartige Drucke können als Karten, Geschenkpapier oder dekorative Elemente verwendet werden.
Kombination mit anderen Techniken
Ein weiterer Vorteil liegt in der Möglichkeit, die Monotypie mit anderen Techniken zu kombinieren. So können die Drucke nachträglich mit Zeichnungen, Collagen oder Malerei ergänzt werden. Dadurch entsteht eine zusätzliche Dimension, die den Charakter des Drucks noch verstärkt. Historisch betrachtet zeigt die Monotypie, wie eng Kunst und Handwerk miteinander verbunden sind. Sie ist ein Beispiel dafür, dass kreative Prozesse nicht immer auf Wiederholbarkeit und Perfektion abzielen müssen, sondern gerade in der Einmaligkeit ihren Wert finden. Jeder Druck ist eine Momentaufnahme, ein künstlerischer Ausdruck, der nicht wiederholbar ist – und genau darin liegt die Magie dieser Technik.
Monotypie auf Stoff
Neben Papier lässt sich die Technik des Monotypie-Druckes auch auf Stoff anwenden. Dafür wird die Farbe nicht auf eine Druckplatte, sondern direkt auf einen glatten Untergrund aufgetragen und anschließend mit einem Stück Stoff abgenommen. Besonders gut eignen sich Baumwoll- oder Leinenstoffe, da sie die Farbe gleichmäßig aufnehmen. Mit Textilfarben oder speziellen Stoffmalfarben erzielt man dauerhafte Ergebnisse, die sich sogar waschen lassen. So entstehen einzigartige Muster und Strukturen, die sich für dekorative Kissenhüllen, Taschen oder Wandbehänge nutzen lassen. Auch im Bereich des Upcyclings bietet die Monotypie auf Stoff spannende Möglichkeiten: Alte Kleidungsstücke oder Stoffreste können durch den Druckprozess eine völlig neue, individuelle Gestaltung erhalten. Damit erweitert sich das Einsatzfeld der Monotypie über die klassische Papierarbeit hinaus und eröffnet kreative Perspektiven im textilen Bereich.
Meine ersten Erfahrungen mit Monotypie-Druck habe ich bei der Seidenmalerei gemacht. Zuerst entstand ein Tuch

Später kamen dann auch Seidenkrawatten dazu.

Kurz gesagt
Der Monotypie-Druck ist eine Druck- oder Transfertechnik, bei der die Farbe zuerst auf eine glatte Fläche gestrichen wird. In die nasse Farbe werden Muster mit Gegenständen wie Stiften, Pappstücken, Gabeln usw. gemalt. Anschließend wird das so entstandene Muster mit dem zu bedruckenden Gegenstand aufgenommen. Die Übertragung des Musters ist nur einmal möglich. So wird jeder Monotypie-Druck ein Unikat.
Will man den Monotypie-Druck mit dünnflüssiger Farbe, wie z.B. Seidenmalfarbe oder Aqarellfarbe durchführen, wird die Farbe mit Verdicker oder colorierter Gutta (Wasserbasis) angedickt.
