8. September 2026
Was sind Artistamps?

Begriff:Artistamps

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Artistamps sehen auf den ersten Blick aus wie ganz normale Briefmarken. Sie sind klein, häufig gezackt oder perforiert und können sogar zu ganzen Briefmarkenbögen zusammengestellt werden. Zum Frankieren sind sie allerdings nicht gedacht. Artistamps sind kleine Kunstwerke, die lediglich die Form und Gestaltung von Briefmarken aufgreifen.

Der Name setzt sich aus den englischen Wörtern „artist“ und „stamp“ zusammen. Im Deutschen werden Artistamps deshalb manchmal auch als Künstlerbriefmarken bezeichnet.

Besonders eng verbunden sind sie mit der Mail Art, also einer Kunstform, bei der Briefe, Umschläge, Postkarten und andere verschickte Dinge selbst zum Kunstwerk werden. Artistamps können dabei zusätzlich zu einer echten Briefmarke auf den Umschlag geklebt werden. Einen postalischen Wert besitzen sie nicht.

Kleine Bilder mit erstaunlich vielen Möglichkeiten

Für die Gestaltung von Artistamps gibt es kaum feste Regeln. Genau das macht sie für Bastler und Künstler so interessant.

Sie können gezeichnet, gemalt, gestempelt, collagiert oder am Computer gestaltet werden. Auch Fotografien, alte Illustrationen, Buchseiten, Muster und Mixed-Media-Hintergründe eignen sich dafür.

Typische Motive sind zum Beispiel Blumen, Tiere, Porträts, Fantasiewesen, Landschaften, Sterne, Pilze oder historische Motive. Ebenso gut können Artistamps vollkommen abstrakt gestaltet werden. Natürlich sind auch saisonale Motive wie Halloweenmotive oder Weihnachtsmotive immer wieder aktuell. Bei Bastelfrau.de findest du zum Beispiel im Artikel Halloween-Artistamps Vorlagen zum Ausdrucken.

Manche Künstler gehen noch einen Schritt weiter und erfinden ein eigenes Land samt Namen, Währung und Postverwaltung. Dazu entstehen dann komplette Fantasie-Briefmarkenserien.

Selbst eine typische Briefmarkenzähnung ist übrigens kein Muss. Artistamps können perforiert, mit einer Zackenschere ausgeschnitten oder einfach mit einer geraden Kante versehen werden.

Woher kommen Artistamps?

Künstler experimentierten schon lange mit Briefmarken, Post und dem Verschicken von Kunst. Besonders eng entwickelte sich diese Form der Gestaltung später im Umfeld von Fluxus und der Mail-Art-Bewegung der 1960er- und 1970er-Jahre.

Ein wichtiger Meilenstein war die Ausstellung „Artists’ Stamps and Stamp Images“, die Jas W. Felter 1974 an der Simon Fraser University in Kanada organisierte. Sie zeigte Künstlerbriefmarken und andere Arbeiten im Briefmarkenformat und wurde anschließend als Wanderausstellung weitergeführt. Dadurch wurden diese kleinen Kunstwerke auch international stärker wahrgenommen.

Der kanadische Künstler und Philatelist Thomas Michael Bidner prägte 1982 schließlich den Begriff „Artistamp“. Er begann, Künstlerbriefmarken aus aller Welt systematisch zu sammeln und zu katalogisieren und wollte damit diese bis dahin sehr unterschiedlich bezeichnete Kunstform besser erfassen.

Artistamps gab es also schon vor ihrer heutigen Bezeichnung. Seit den 1980er-Jahren hat sich der Begriff jedoch international etabliert. Bis heute werden Artistamps gestaltet, gesammelt, getauscht und vor allem in Mail-Art-Projekten verwend

Was macht man mit Artistamps?

Artistamps müssen längst nicht nur auf Briefumschlägen landen. Beim Basteln lassen sie sich ähnlich wie kleine Bilder oder Ephemera verwenden.

Sie eignen sich für:

  • Karten und Geschenkanhänger
  • Artist Trading Cards
  • Junk Journals und Art Journals
  • Scrapbookseiten
  • Collagen
  • Briefumschläge und Mail Art
  • kleine Sammelalben
  • Miniatur-Briefmarkenbögen

Besonders schön sind Serien. Statt nur eines Motivs werden beispielsweise sechs oder neun kleine Bilder zu einem gemeinsamen Thema gestaltet. So kann nach und nach eine ganze Sammlung eigener Fantasiebriefmarken entstehen.

Artistamps und echte Briefmarken

Auch wenn Artistamps manchmal erstaunlich echt aussehen, sollten sie nicht mit gültigen Briefmarken verwechselt werden. Sie haben keinen Frankaturwert und ersetzen beim Verschicken eines Briefes keine echte Briefmarke.

Gerade dieser Unterschied gehört aber zum Reiz der kleinen Kunstwerke. Artistamps dürfen aussehen wie Briefmarken, müssen sich bei Motiv, Wertangabe oder Gestaltung aber an keinerlei postalische Vorgaben halten.

Fazit

Artistamps sind kleine Kunstwerke im Briefmarkenformat. Sie stammen aus dem Umfeld der Mail Art, haben keinen postalischen Wert und können mit nahezu jeder Bastel- und Gestaltungstechnik hergestellt werden.

Ob einzelne Künstlerbriefmarke oder kompletter Fantasie-Briefmarkenbogen: Das kleine Format bietet erstaunlich viel Platz für eigene Ideen und eignet sich besonders gut für Collagen, Journals, Karten und Mail-Art-Projekte.

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